Lions oder Monarchs – Es kann nur einen geben!

Am kommenden Sonntag treffen im letzten Heimspiel der regulären Saison 2018 im Eintracht-Stadion die New Yorker Lions auf die Dresden Monarchs. Die Ausgangssituation für dieses Spiel kann dabei für alle Footballfans der GFL nicht besser sein. Für beide Teams geht es dabei um den Gewinn des Nordmeistertitels und damit um das Heimrecht in den Play-Offs, aber auch der „Absturz“ bis auf Platz drei in der Tabelle der GFL Nord und damit dem Verlust des Heimrechts ist für beide Mannschaften möglich. Doch bevor es zu den Rechenexempeln und den möglichen Konstellationen daraus für die Play-Offs geht, erst einmal zum Gegner der Lions am kommenden Wochenende, den Dresden Monarchs.

Analyse des Dresdener Rosters

Einiges an Bewegung gab es bei den Dresden Monarchs in der vergangenen Off-Season. Head Coach John Leitjen, der bei den Königlichen fünf Spielzeiten verbrachte, musste seinen Cheftrainersessel räumen und wurde durch den deutschen Ulrich Däuber ersetzt. Der gebürtige Würzburger ist seit über 30 Jahren mit dem American Football verbunden und begann seine Spieler Karriere in Schwäbisch Hall. Über die San Francisco State University, die deutsche Jugendnationalmannschaft und die University of Wisconsin-Platteville, wo er erfolgreich die letzten 18 Jahre verbrachte, sammelte er genügend Erfahrung, die er nun als Trainer in das Team der Monarchs einbringt.

Wie für seinen Vorgänger war eine der großen Herausforderungen vor der Saison einen neuen Spielmacher für sein Team zu finden. Nachdem der letztjährige Quarterback, Garrett Safron, nicht zurückkehrte, sondern seine Karriere in Österreich bei den Dacia Vikings in Wien fortsetzt, war diese wichtige Position vakant. Ersatz fanden die Goldhelme in Trenton Norvell. Als zweitbester Quarterback aller Zeiten beendete er seine Collegezeit an der Western Illinois University, einem Division I College. 7187 Yards erwarf er hier in insgesamt 34 Spielen, 53 Touchdowns lieferte der heute 24-jährige allein durch die Luft. Mit durchschnittlich 216 Yards pro Spiel ist er sogar der erfolgreichste QB der Western Illinois University aller Zeiten. Auch in der GFL bewies Norvell was er kann und belegt mit knapp 300 Yards Passing Yards pro Spiel Rang zwei unter allen GFL-Spielmachern der Saison 2018. Einzig seine bisher bereits 18 Interceptions trüben das Gesamtbild ein wenig.

Nach dem Abgang der drei Angriffswaffen Micky Kyei, Sebastien Sagne und Joseph Bergeron, die gemeinsam über 2.500 Yards Raumgewinn und 24 Touchdowns in 2017 erzielten, wurden deren Positionen in der Offense der Dresdener durch den französischen Ballfänger Brice Jacques-Andrè Coquin, den amerikanischen Wide Receiver Mitchell Paige und den Briten Glen Toonga als Runningback ersetzt. Besonders der US-Amerikaner Mitchell Paige sorgt bisher bei den gegnerischen Passverteidigern für Sorgenfalten und liegt mit fast 1.800 Yards Raumgewinn aus 114 Passfängen und insgesamt bereits 22 erzielten Touchdowns klar auf Platz eins unter den Ballfängern der GFL.

Auch die Verteidigung der Dresden Monarchs blieb von Abgängen nicht verschont und musste sich auf vielen Positionen neu ordnen. So läuft in diesem Jahr mit A.J. Wentland einer der besten Linebacker der NCAA Div. II für die Monarchs auf und zeigt seitdem in seinem neuen Team, was er in der Lage ist zu leisten. Mit nahezu durchschnittlich 13 Tackles pro Spiel führt er die Liste aller GFL-Verteidiger an und kann bereits jetzt insgesamt 169 Tackles in seinen Statistiken aufweisen. Ergänzt wird er vom US-Amerikaner Jamarii Milliken, der von der Furman University zu den Monarchs wechselte.

Auf beiden Seiten des Balles findet man aber auch altbekannte Gesichter wie William James, Alan Steinohrt, Nationalspieler Mike Schallo oder Jacob Templar, der sowohl als Wide Receiver als auch als Punter für die Sachsen aufläuft.

Die Konstellationen im Überblick

Die bisherige Saison verlief für die Goldhelme erfolgreich. In 13 Spielen konnte man 11-Mal als Sieger den Platz verlassen, nur zweimal kassierte man eine Niederlage: mit 7:30 gegen die Berlin Rebels und im Hinspiel auf heimischen Platz Ende Juni mit 24:44 gegen die New Yorker Lions.

Wie bereits einleitend erwähnt, kann die für das kommende Wochenende bevorstehende Tabellenkonstellation in der GFL Gruppe Nord nicht spannender sein:

  • Bei Sieg New Yorker Lions
    Mit einem Sieg hat das Team der Löwen den Nordmeistertitel und damit das Heimrecht in den Play-Offs gesichert. Die Dresden Monarchs müssten dann auf eine Niederlage der Berlin Rebels im Parallelspiel gegen die Hildesheim Invaders hoffen, um ihrerseits weiterhin auf Platz zwei in der GFL Nord und damit das Heimrecht, zumindest im Viertelfinale, sicher zu haben. Siegen die Berlin Rebels, würden die Monarchs bis auf Platz drei abrutschen und müssten die schwere Fahrt nach Frankfurt zu Samsung Frankfurt Universe antreten.
  • Bei Niederlage New Yorker Lions
    Verlieren die Lions, gilt für sie dasselbe wie für die Dresdener. Gewinnt Berlin, ist man Dritter und fährt nach Frankfurt, verliert Berlin ist man auf Tabellenplatz zwei.
  • Bei Unentschieden
    Die letzte Konstellation, die besonders den Berlin Rebels wehtun würde, wäre ein Unentschieden zwischen den Monarchs und den Lions. Bei diesem Ergebnis bleiben die Braunschweiger auf Platz eins und wären Nordmeister. Die Dresden Monarchs wären zweiter und hätten Heimrecht im Viertelfinale. Die Berlin Rebels dagegen würden Tabellendritter bleiben und müssten die Fahrt nach Frankfurt antreten.

Wie dem auch sei, für das Team von Head Coach Troy Tomlin heißt es Alles oder Nichts. Von Beginn an und bis zum Schlusspfiff muss die Mannschaft konzentriert auftreten, darf sich keinerlei Fehler und Strafen erlauben, um gegen einen Gegner wie es die Dresden Monarchs sind, zu bestehen!