Niedersachsenderby im Eintracht-Stadion

Beim Lesen der Überschrift fällt den meisten Sportinteressierten wahrscheinlich umgehend das Duell der beiden Fußballklubs Eintracht Braunschweig und Hannover 96 ein.
Dabei geht es am kommenden Samstag aber im Braunschweiger Stadion (19. August, Kick-Off 18 Uhr, PreGame-Party ab 16 Uhr) nicht um das runde Leder, sondern trifft im Niedersachsenduell in der GFL Nord das bisher ungeschlagene Team der New Yorker Lions auf den momentanen Tabellensechsten, die Hildesheim Invaders.

Die New Yorker Lions und die Hildesheim Invaders trafen bisher in ihrer jeweils langen Historie 15 Mal aufeinander, wobei die Braunschweiger 11 Mal und die Hildesheimer vier Mal das Spielfeld als Sieger verließen. Dabei stammen die vier Siege der Invaders aus den Anfangszeiten der Lions in den Spielzeiten 1988 und 1989. In der höchsten deutschen Spielklasse spielten beide Mannschaften bisher erstmalig in der letzten Saison gegeneinander. Beide Partien konnten die Löwen jeweils klar für sich entscheiden (52:7; 42:7) und auch das Hinspiel in der laufenden Saison 2017 fiel mit 52:10 klar zu Gunsten der Braunschweiger aus.
Die bisherige Bilanz der Hildesheimer in der 1. Bundesliga liegt bei 10 Siegen und 38 Niederlagen und stammt aus den Jahren 1990, 1991, 2016 und 2017.
Der Aufsteiger in die GFL Nord des letzten Jahres und Lokalrivale der New Yorker Lions, die Hildesheim Invaders um Head Coach Joe Roman spielten eine solide erste GFL Saison. Fünf Siege, neun Niederlagen und der fünfte Tabellenplatz standen am Ende der regulären Spielzeit in den Büchern.
Die Mannschaft der Hildesheimer selbst blieb, zumindest was die deutschen Spieler und die auf den Schlüsselpositionen im Angriff angeht, nahezu die gleiche wie in 2016. So standen mit Spielmacher Zachary Cavanaugh und Runningback Reggie Bullock zu Beginn der Spielzeit 2017 auch wieder die
US-amerikanischen Stützen des Angriffs den Invaders zur Verfügung.

Dazu kam mit Runningback Jens Koppe ein Allroundspieler vom Ligakonkurrenten den Hamburg Huskies nach Niedersachsen. Die Nachfolge von Eric Allen in der Passverteidigung der Hildesheimer übernahm der vom schwedischen Meister, den Uppsala 86ers, kommende Amerikaner Jacob Adelman.
Als Coup ansehen konnte man die Verpflichtung von Janosch Beauchamp von den Stuttgart Scorpions für die Spielzeit 2017. Beauchamp konnte in der letzten Saison 62 Tackles, davon 15 für einen Raumverlust und acht Sacks erzielen und war damit unter den besten Defense Spielern der GFL.
Auch in der ersten Verteidigungslinie der Invaders kann er bisher sein Können unter Beweis stellen und ist bis zum jetzigen Zeitpunkt drittbester Verteidiger der Niedersachsen.
Zusätzlich verstärkte sich das Team von Head Coach Joe Roman punktuell z.B. in der Offense Line und Defense Line mit talentierten Spielern aus der Region.

Aus Braunschweig zum Nachbarn wechselten mit Defense End Marc Klassen, Linebacker Frank Häring und die Offense Line Spieler Martin Knackstedt und Florian Werner (die letzten drei alle vom Team der Lions 2) gleich vier Talente zum Lokalrivalen.

Die bisherige Saison der Hildesheimer ist aufgrund eines schier unglaublichen Verletzungspechs ziemlich kompliziert und eher schwierig. Am schlimmsten erwischte es zweifelsohne LB Jon Bandrabur beim Auswärtsspiel Ende Juni gegen die Berlin Adler. Mit einer schweren Beinverletzung, die einen Transport unmöglich machte, musste er in Berlin bleiben und im dortigen Bundeswehrkrankenhaus diverse Operationen über sich ergehen lassen. Aber auch andere Positionen vom Quarterback über Runningback Reggie Bullock bis hin zu Teilen der Defense blieben nicht verschont. Zwar holten die Invaders noch Verstärkungen, aber ein Wunder konnten auch diese Spieler nicht vollbringen.
Daher ist es auch weniger überraschend, dass die Hildesheimer trotz aller Bemühungen bei den diesjährigen Playoffs höchstwahrscheinlich nicht dabei sein werden.
Von den bisherigen 10 Saisonspielen gingen acht größtenteils ziemlich deutlich verloren und nur gegen die Adler gelangen Siege.

Sie rangieren daher auf Platz sechs der Tabelle der GFL Nord und haben praktisch fast keine Chance mehr, die derzeit vor ihnen platzierten Berlin Rebels und Cologne Crocodiles noch ein oder sogar zu  überholen.
Die New Yorker Lions können mit einem weiteren Sieg am kommenden Samstag sich endgültig die Nordmeisterschaft sichern und damit das Heimrecht in den anstehenden Play-Offs.
Ähnlich wie bei den Hildesheim Invaders, hat auch Löwen Head Coach Troy Tomlin aktuell mit Verletzungssorgen zu kämpfen und musste beim Spiel in Berlin auf diverse Leistungsträger und Stammkräfte verzichten. Es besteht aber Hoffnung, dass zumindest einige der in Berlin fehlenden Akteure,  gegen die Invaders wieder ins Spielgeschehen eingreifen können.

Foto: Rolf Daus