History

Die New Yorker Lions, bis einschließlich der GFL-Saison 2010 noch mit dem Namen Braunschweig Lions, sind eine American-Football-Mannschaft des 1. FFC Braunschweig. Seit 1994 spielen sie ununterbrochen in der German Football League und sind mit elf German Bowl Siegen deutscher Rekordmeister.

Auf einen Zeitungsaufruf am 23. Oktober 1986, in dem zwei Braunschweiger Schüler weitere Interessenten für ein Football-Team suchten, meldeten sich rund 30 Personen. Die offizielle Gründung der Braunschweig Lions (BSL) und die Aufnahme des Spielbetriebs fand dann ein Jahr später statt. Im Jahr 1993 gelang den Braunschweig Lions bereits der Aufstieg in die 1. Bundesliga, die heutige German Football League (GFL), in der sie seit 1994 spielen. Schon nach 3 Jahren in der GFL, gewannen sie 1997 den ersten Titel im German Bowl. Seitdem standen die Braunschweig Lions bis einschließlich 2008 in jedem German Bowl Finale und konnten diesen sieben Mal (1997, 1998, 1999, 2005, 2006, 2007, 2008) für sich entscheiden. Nach drei deutschen Titeln in Folge verloren die Lions, wenn auch teilweise sehr knapp, jedes Endspiel des German Bowl der Jahre 2000 bis 2004. Dabei traten sie am häufigsten gegen ihre Erzrivalen, die Hamburg Blue Devils an. Nach einer weiteren Niederlage im Endspiel der Saison 2004 gegen die Berlin Adler (10:7), konnte die negative Serie am 8. Oktober 2005 mit einem 31:28 Sieg gegen die Hamburg Blue Devils im German Bowl XXVII in der AWD-Arena zu Hannover beendet werden. In der Saison 2006 konnten sie ihren Titel erfolgreich gegen die Marburg Mercenaries verteidigen. Durch einen 26:21 Sieg im Halbfinale der GFL Saison 2007, der am 22. September 2007 gegen die Marburg Mercenaries errungen wurde, schafften die Braunschweig Lions als einziges GFL Team die elfte Finalteilnahme in Folge. Den German Bowl XXIX gegen die Stuttgart Scorpions gewannen die Lions mit 27:6 und errangen damit Ihre sechste Deutsche Meisterschaft. Sie blieben in diesem Jahr auch erstmals in der Vereinsgeschichte eine ganze Saison lang ungeschlagen. Auch in der Saison 2008 erreichten die Braunschweig Lions erneut das Endspiel und traten am 27. September 2008 im German Bowl XXX in der Commerzbank-Arena in Frankfurt am Main gegen die Kiel Baltic Hurricanes an und gewannen mit 20:14.

Die Siegesserie brach in der Saison 2009 ab, als die Lions mit lediglich drei Siegen in der regulären Saison die Play-Offs zum ersten Mal seit 14 Jahren nicht erreichen konnten. Auf dem letzten Platz der Gruppe Nord mussten sie sich im direkten Punktvergleich dem Aufsteiger Assindia Cardinals geschlagen geben. Nach der abgelaufenen Saison 2010 wurde vom Verein bekannt gegeben, dass aufgrund der Lizenzbedingungen der GFL ab der Saison 2011 eine neue Vermarktungsgesellschaft die wirtschaftlichen Geschicke der „Lions“ führen würde. Im Zuge der wochenlangen Verhandlungen zwischen der bisherigen und der neuen Vermarktungsgesellschaft konnte keine Einigung über den Kauf der Marke Braunschweig Lions erzielt werden, eine Umbenennung der Mannschaft war unvermeidlich. Im März 2011 gaben die Verantwortlichen des 1. FFC Braunschweig dann bekannt, dass das Braunschweiger Modeunternehmen New Yorker als neuer Haupt- und Namenssponsor gewonnen werden konnte. Nach zwei mehr oder weniger erfolglosen Spielzeiten 2011 und 2012, kehrte in 2013 mit Head Coach Troy Tomlin wieder der Erfolg nach Braunschweig zurück. Nach 14 Spielen in der regulären Saison standen die New Yorker Lions mit 13 Siegen bei nur einer Niederlage unangefochten an der Tabellenspitze in der GFL Nord und durften sich nach dem Spiel am 7. September in Dresden, welches die Löwen nach einer hart umkämpften Partie mit 29:37 für sich entscheiden konnten, Nordmeister nennen. Nach den Siegen im Play-Off Viertelfinale gegen die Rhein-Neckar Bandits (28:21) und im Halbfinale gegen die Kiel Baltic Hurricanes (34:29) zogen die Lions erstmalig nach 2008 wieder in das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft im American Football, den New Yorker German Bowl XXXV ein. In einem packenden Spiel gewannen die Braunschweiger mit nur einem Punkt Unterschied gegen die Dresden Monarchs letztendlich mit 35:34 und konnten ihren insgesamt achten German Bowl Sieg in der Geschichte des Vereins feiern.

Nach der Saison 2007, war die GFL Saison 2014 die zweite in der Team Geschichte, in der die New Yorker Lions kein Spiel in der GFL verloren. Nach 12 Siegen während der regulären Saison und zwei Siegen in den Play-Offs, dominierten die Lions auch den German Bowl XXXVI gegen die Schwäbisch Hall Unicorns und gewannen das Spiel 47:9. Der einzige Wermutstropfen in 2014 neben der erfolgreichen GFL Saison, war die 17:20 Niederlage gegen die Berlin Adler im Eurobowl XXVIII. Die New Yorker Lions erreichten das Endspiel im erstmalig ausgetragenen BIG6 Wettbewerb mit einem 17:10 Sieg gegen die Dresden Monarchs, eine 13:14 Niederlage gegen die Raiffeisen Vikings Vienna und einem 41:35 Sieg von Dresden gegen Wien.

Besser lief es in der Saison 2015 für die Lions. Nach Siegen im BIG6 Wettbewerb gegen das österreichische Team der Swarco Raiders (33:28) aus Innsbruck und der Mannschaft von La Courneuve Flash aus Frankreich (31:14), erreichten die Braunschweiger erneut das Finale um den Eurobowl XXVIII. In einem spannenden Spiel gegen die Schwäbisch Hall Unicorns, setzte sich letztendlich das Team von Head Coach Troy Tomlin mit 24:14 durch. In der GFL lief es für die New Yorker Lions ebenfalls gut. Mit nur einer Niederlage in der regulären Saison erreichten sie erneut das Finale um den German Bowl XXXVI. Gegner waren abermals die Schwäbisch Hall Unicorns und der Meister der GFL Süd hatte wiederholt mit 41:31 das Nachsehen und die Braunschweiger sicherten sich ihren 10. Meistertitel.

Die Saison 2016 entsprach, was die Erfolge anging, der vorhergegangenen Saison 2015. Abermals konnte das Team um Head Coach Troy Tomlin sowohl den Eurobowl (35:21) gegen die Swarco Raiders aus Innsbruck, als auch die Deutsche Meisterschaft (31:20) gegen die Abonnenten Gegner der letzten Jahre, die Schwäbisch Hall Unicorns, für sich entscheiden. Einzig der Saisonverlauf gestaltete sich etwas schwieriger, da die Löwen mit vielen Verletzungssorgen zu kämpfen hatten. Dieses führte u.a. dazu, dass es im Verlauf der regulären Saison nicht nur zu zwei, im Football äußerst selten vorkommenden, Unentschieden kam. Sondern zum anderen Quarterback Casey Therriault, abermals auf Grund der Verletzung des eigentlichen Stammspielmachers, im Verlauf der Saison nach Braunschweig geholt werden musste.

Das Jahr 2017 stand unter dem Motto „30 Jahre Lions“ und sollte bis zum letzten Spiel auf eine Rekordsaison hinauslaufen. Weder im BIG6 Turnier um die Krone Europas, noch in der GFL Saison wurde ein Spiel verloren. Eine erste Demonstration der Stärke zeigte das Team im Eurobowlfinale gegen die Samsung Frankfurt Universe, welche die Lions mit 55:14 (48:07 Halbzeitstand) für sich entscheiden konnten. Ungeschlagen in beiden Wettbewerben zog man in den German Bowl XXXIX ein, konnte aber den krönenden Abschluss nicht vollenden. Durch ein, mit 3 verbleibenden Sekunden, geblockten Field Goal sicherten sich die Schwäbisch Hall Unicorns den Sieg mit 13:14 aus Sicht der Lions.

Die vermeintliche Come-Back Saison 2018 entpuppte sich als eine Saison mit Höhen und Tiefen. Neuer Spielmacher in diesem Jahr war Jadrian Clark, der das Zepter von Casey Therriault übernahm, welcher nach der Saison 2017 vorerst sein Karriereende bekannt gab. Das Endspiel um den Eurobowl konnten die Lions, nach einer mehrstündigen Unwetterunterbrechung, in einem Herzschlagfinale mit 20:19 gegen die Samsung Frankfurt Universe gewinnen und damit den alleinigen Titel als Eurobowl Rekordsieger für sich beanspruchen. In der regulären Saison konnte nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden zwar der Nordmeistertitel gefeiert werden, doch war erstmalig seit 1996 für das Team der Braunschweiger im Halbfinale Schluss. Nach zweifacher Overtime musste man sich den Samsung Frankfurt Universe mit 17:20 geschlagen geben.

Die darauf folgende Saison 2019 stand unter dem Motto „Come Back Stronger“ und sollte nach zwei titellosen GFL-Saisons die Wende einleiten. Eine Teilnahme am BIG6 Turnier wurde aufgrund der sich immer weiter dezimierenden Teilnehmerzahlen, sowie aufgrund von inakzeptablen Rahmenbedingungen des Turniers abgelehnt. Somit lag der Fokus ganz auf der Mission „German Bowl XLI“, der in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2010 in der Commerzbank Arena in Frankfurt ausgetragen wurde. Unter Regie des neuen Spielmachers Brandon Connette und der enormen Laufleistung von Christopher McClendon entpuppte sich die 2019er Saison als wahres Rekordjahr für die Lions. So wurde Wide Receiver Christian Bollmann mit einem Catch im Spiel gegen die Kiel Baltic Hurricanes vor heimischem Publikum der beste Receiver in der langen Historie des Teams. Kicker Tobias Goebel eroberte die
Spitzenposition als „All Time Leading Scorer“ und bester Kicker der Lionsgeschichte mit über 1.003 erzielten Punkten. Mit herausragenden Teamleistungen Woche für Woche schaffte es das Team um HC Troy Tomlin während der gesamten Saison und durch die Playoffs mit weißer Weste in den German Bowl einzuziehen. Im Finale um die deutsche Meisterschaft stand niemand geringeres als die Schwäbisch Hall Unicorns als Gegner bereit, die durch ihre Siegesserie von 50 Siegen als Favorit in die Partie gingen. In einem spannenden, von den Verteidigungen dominierten, Spiel setzten sich die Lions mit 10:07 durch und konnten eine Perfect Season, eine Saison ohne Niederlage, feiern.